Wie funktioniert eine Orgel?

Die als Königin der Instrumente bezeichnete Orgel ist aus Kirchen und Konzertsälen auf der ganzen Welt nicht mehr wegzudenken. Es gibt sie in allen möglichen Formen, von der kleinen Dorforgel bis hin zur Domorgel, die den gesamten hörbaren Frequenzbereich abdeckt. Das Instrument bietet nahezu unendlich viele Möglichkeiten der Klangkombination, vom strahlenden Klang eines barocken Werkes bis hin zum eher grundtönigen, meditativen Charakter der Romantik. Der Klang fasziniert die Menschheit seit der Antike, es stellt sich die Frage: Wie kommt der Reichtum an Klangfarben einer Orgel zustande und wie ist das musikalisch/physikalisch zu erklären? Es folgt ein Ausflug in die Geschichte der Orgel, bis wir der Frage nachgehen, wie denn der Klang überhaupt zustande kommt.

Der Klang einer Orgel wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehört, welches Material verbaut wird, welche Pfeifenarten genutzt werden, und welche Aliquotenregister zur weiteren Färbung des Klanges gezogen werden. Dazu kommen noch weitere Effekte, wie z.B. Residualtöne oder Register mit Schwebung. Durch diese verschiedenen Klangerzeugungen werden die Obertöne beeinflusst und verschiedene Klangfarben entstehen. Dem Organisten stehen auch weitere Hilfsmittel zur Verfügung, wie z.B. Schweller, Registerwalze und Effektregister, wie z.B. ein Tremulant. Man kann sagen, dass jede Orgel speziell für ihren Aufstellungsort gebaut ist und einen Gedanken hat, wie man auch an den Beispielen der Westerhuser und der Berliner Orgel erkennen kann. Während Erstere ein einfaches Werk zu Gemeindebegleitung ist, ist Letztere ein Romantisches Werk welches einem symphonischen und orchestralen Charakter nachkommt. Je nach Bestimmung und Raumcharakter ist deshalb auch jede Orgel einzigartig.