Der Aufbau einer Orgel

Der Aufau ist meistens klar gegliedert. Der Organist sitzt am so genannten Spieltisch und hat vor sich die Manuale (Tastaturen). Mit jedem Manual kann er ein Werk ansteuern. Nur selten kommt es vor, dass ein Manual mehrere Werke anspielt, das hat dann statische Gründe. Ein Beispiel hierfür ist die Arp Schnittger Orgel in Norden, hier werden Brust- und Oberwerk auf einem Manual gespielt. In den meisten Fällen sind rechts und links verteilt die Register, welche verschiedene Klangfarben darstellen. Entweder befinden sich hier Registerzüge, die man zum Betätigen herauszieht oder, wie es in größeren Orgeln der Fall ist, Kippschalter, die das Registrieren mehrerer Register zur gleichen Zeit erleichtern. Da die Register in erster Linie von Hand bedient werden, wird der Bereich auch Manubrium (Lat. Manus = die Hand) genannt. Ab einer bestimmten Größe des Manubriums sind unter den einzelnen Manualen oft auch automatische Setzer angeordnet, mit denen sich Registerkombinationen einspeichern und abrufen lassen. Zu den Füßen befindet sich das Pedal, mit dem in den meisten Fällen der Bass gespielt wird. Der Organist nutzt dabei üblicherweise die Hacken und Spitzen seiner Füße. Das Pedal ist wie eine normale Tastatur aufgebaut. Hinter dem Pedal können sich Taster befinden, die ebenfalls mit den Füßen spielbar sind. Mit ihnen können entweder weitere Registerkombinationen eingespeichert und abgerufen werden, oder es handelt sich um Koppeln, die ausgewählte Manuale und das Pedal aneinanderkoppeln. Sie ermöglichen das Registrieren, auch, wenn beide Hände beschäftigt sind. Desweiteren befinden sich hier in größeren Werken die Registerwalze – auch Crescendowalze genannt – und ein oder mehrere Schweller, auf die wird in einem späteren Teil noch einmal eingegangen. Auf dem Bild ist der Spieltisch der Orgel der Groß Midlumer Kirche zu erkennen.