Registerwalze und Schweller

Mit der Register- oder Crescendowalze werden nacheinander Register hinzugeschaltet, sie reicht in ihrer Dynamik von pp bis zum ff-Plenum. Durch den sukzessiven Gebrauch der Register wird die Illusion einer Übergangsdynamik hergestellt, obwohl alle Register, die zugeschaltet werden, direkt mit ihrem vollen Klang klingen. Die Walze wird nur in der spätromantischen Musik eingesetzt, manchmal auch in der modernen.

Eine wirklich stufenlose Übergangsdynamik wird mit dem Schweller erzielt. Hier werden Jaluosien, bzw. Lamellen geöffnet und geschlossen. Im Gegensatz zur Walze ist der Schweller schon im 18. Jahrhundert in England bekannt und verbreitete sich von dort aus in die anderen Orgellandschaften. Selbst kleinere Orgeln haben manchmal Schweller.

Ein Paradebeispiel für das dynamische Spiel ist die Orgel des Berliner Doms. Diese besitzt eine Crescendowalze mit 22 verschiedenen Abstufungen. Sie beginnt mit fünf leisen Stimmen in 8′ Lage auf der ersten Stufe bis hin zu über 100 Stimmen in der letzten. Der Klang dieser Orgel folgt dem romantischen Ideal einer Orgel und ist mit einem Symphonieorchester vergleichbar. Gleichzeitig kann der Ton auch über mehre Schweller stark beeinflusst werden, eine Solostimme, die „Vox humana“ steht sogar in einem eigenen Schwellkasten. Für das polyphone Spielen beispielsweise einer Bachschen Fuge, für die klare, helle Konturen benötigt werden, sind diese Vorrichtungen nicht geeignet, gedacht sind sie für den symphonischen Klang in der romantischen Orgelmusik, komponiert durch z.B. Max Reger oder Sigfrid Karg-Elert.