Friedrich Wilhelm Marpurg

Von Bach selber sind keine schriftlichen Äußerungen zu einer Temperierung überliefert, weshalb die Frage nach einer Bach-Stimmung noch immer ein Streitthema ist. Eine Äußerung von Friedrich Wilhelm Marpurg ist erhalten, in der er darüber berichtet, wie Kirnberger ihm erzählt hat, dass Bach alle großen Terzen „scharf“ machte. Diese Angabe ist allerdings sehr ungenau, da sie nur aussagt, dass alle Terzen etwas zu weit gestimmt sind. Die Stärke der Verstimmung und ob sie unterschiedlich stark verstimmt wurden, wird nicht geklärt. Diese Quelle ist außerdem fragwürdig, da die Information aus dritter Hand stammt. Marpurg wirkte erst nach Bach. Als der erste Teil des Wohltemperierten Klavieres fertiggestellt wurde, war Marpurg erst zwei Jahre alt. Des Weiteren galt Marpurg, obwohl er kurzzeitig Kirnbergers Schüler war, als dessen größter Kontrahent, der zudem noch ein großer Anhänger der gleichstufigen Stimmung war.