Kellners „Bachstimmung“

Ein umstrittenes System ist Herbert Antons Kellners „Bachstimmung“, die beweisen soll, dass es genau eine klar definierte „wohltemperierte“ Stimmung Bachs gibt. Kellner nähert sich dem Thema aus theologischer Sicht und sagt, der Dreiklang sei Symbol des Trinitätsgedanken. Er legt fest, dass der Terzschwebewert zumindest für den c-Dur – Akkord identisch mit dem Quintschwebewert ist. Anhand der Grafik im Anhang 5 lässt sich erkennen, dass die Bach/Kellner-Stimmung stark Werckmeister III ähnelt, nur dass das εp auf fünf statt vier Quinten verteilt wird. Der Denkansatz, dass der Dreiklang Symbol der Trinität ist, ist in Verbindung mit der Musik allerdings nicht bewiesen. Außerdem ist in historischen Stimmanweisungen nirgends von der Geschwindigkeit einer Schwebung oder dem Verhältnis verschiedener Schwebungen zueinander die Rede.