Beschreibung, Besonderheiten, Disposition

Die Orgel befindet sich gegenüber vom Eingang auf der Ostseite und ist auf einer Brüstung vor dem Chorraum platziert. Sie verfügt über ein Manual und ein angehängtes Pedal, was vom großen C bis zum kleinen g ausgebaut ist. Die Orgel ist seitenspielig. Es sind insgesamt 14 klingende Register vorhanden, das Ventil ist dabei kein Symetrieregister, sondern muss beim Anschalten der Orgel gezogen und eingehakt werden. Die Spieltraktur ist zum Teil etwas schwergängiger, als man es vielleicht von anderen Orgeln gewohnt ist, außerdem sind die Tasten geringfügig kürzer als normal. Das Pedal lässt sich hauptsächlich für den Orgelpunkt verwenden, es ist zudem um ca. eine Terz nach oben verschoben, sodass das kleine c in etwa unter der Taste e1 liegt. Es ist kein separates Pedalwerk vorhanden, das Pedal ist an das Manual gekoppelt. Während der Spieltisch etwas gewöhnungsbedürftig erscheint, sind die Register sehr vielfältig und klanglich etwas Besonderes. Man erkennt Anleihen aus der spanischen Orgellandschaft mit einer kräftigen Trompete und der Tatsache, dass die Mixtur 3f. in drei einzelne Register aufgeteilt ist. Die Register geben viele Möglichkeiten für Klangkombinationen. So lässt sich die Intensivität der Mixtur durch das Aufspalten in drei Register genau bestimmen. Die Terz 1 1/3′ ist voll ausgebaut und gibt einen brillanten Klang. Dem gegenüber stehen die leisen Register. Gerade Viola Da Gamba 8′ und Flöt Traver 8′ sind extrem leise und zart, sie stehen damit im krassen Gegensatz zu den lauten Prinzipalstimmen. Sie lassen sich z.B. im Abendmahl verwenden, wenn die Orgel das Geschehen unten untermalt und damit viel zur Atmosphäre beiträgt. Mit der Flöte 4′ und dem Gedakt 8′ stehen dann auch lautere aber ruhigere Register zur Verfügung, die beispielsweise für eine Meditation nach der Predigt genutzt werden können. Der Bordun 16′ hat einen sehr dunklen Klang und klingt schon fast zu dumpf. Er hat leider die Eigenschaft, gerade leisere Stimmen zu überspielen. Man kann ihn dennoch einsetzten, wenn man man bei einem Stück, in dem die linke Hand den Bass spielt, mit der linken Hand in der vorgesehenen Lage spielt, während man die rechte Hand oktaviert. Der 16′ wird in der rechten Hand dadurch zum 8′, der 8′ zum 4′ und der 4′ zum 2′. Dadurch wird der Eindruck erweckt, als würde man mit einem selbstständigen 16′ Fuß Pedal spielen, da die linke Hand ja in Normallage den Bass spielt. Dies geht aber nur bei ruhigen Stücken. Ansonsten hat die Orgel einen obertonreichen, intensiven Klang mit vielen Möglichkeiten, diese zu kombinieren. Wegen der Amplitude von ganz leise bis ganz laut, ist diese Orgel trotz ihrer spielerischen Eingeschränktheit etwas ganz Besonderes. Als Literatur empfehle ich z.B. die kleinen Praeludien und Fugen von Johann Caspar Simon und natürlich die Orgelwerke von Johann Pachelbel. Wenn sie nicht zu komplex sind, lassen sich auch romantische Stücke manualiter spielen.

Disposition:
Praestant 8′
Bordun 16′
Gedakt 8′
Ocktav 4′
Quint 3′ (= 2 2/3′)
Ocktav 2′
Trompet 8′
Ventil
Viola Da Gamba 8′
Flöt Traver 8′
Flöte 4′
Tertian 2′ (= 1 3/5′ komplett ohne Sprünge ausgebaut)
Quint 1 1/2′ (= 1 1/3′, Mixturregister, Quart-Quint-Repetition)
Ocktav 1′ (Mixturregister, Quart-Quint-Repetition)
Tertian (= Quint, Mixturregister, Quart-Quint-Repetition)