Fazit

Die von Bach gemeinte wohltemperierte Stimmung ist nicht mit unserer heutigen Stimmung identisch. Sein Denken war noch stark von der Mitteltönigkeit geprägt und spätere Überlieferungen Bachs durch seinen Schüler Kirnberger sprechen auch für eine ungleichschwebende Stimmung, die zumindest eine starke Ähnlichkeit mit den Kirnberger-Stimmungen aufweist. Dafür spricht außerdem, dass die Kirnberger-Stimmungen im Vergleich zur gleichschwebenden Stimmung leicht und ohne Hilfsmittel anzulegen sind, was auch Bachs Auffassung einer Stimmung entspricht. Zu erkennen ist auch ein roter Faden von Werckmeister über Buxthude, Bach und schließlich Kirnberger, sodass es nicht ausgeschlossen ist, dass Bachs Stimmung auch Komponente der Werckmeister-Stimmungen enthalten haben könnte. Gegen eine gleichschwebende Stimmung spricht zudem das Fehlen der Toncharakteristika. Mathematisch genau kann allerdings nicht gesagt werden, wie die „Bach-Stimmung“ aussieht, es existieren zwar einige Theorien, wie z.B. die von Kellner oder Lehman, die können aber nicht zweifelsfrei Bach nachgewiesen werden. Die Frage nach der originalen ungleichschwebenden Stimmung wird also vermutlich noch länger ein Streitthema bleiben.