Geschichte

In der westerhuser Kirche gab es bereits im 16. Jahrhundert eine Orgel, von der allerdings wenig überliefert ist. Als Jost Sieburg 1642/43 eine neue Orgel baute, übernahm er große Teile des früheren Werkes. Das heißt wiederum, dass die heutige Orgel in Teilen rund 500 Jahre alt ist, wobei das Material natürlich neu verarbeitet und intoniert wurde.  In der Beschreibung steht die Disposition, in der auch vermerkt ist, wann die einzelnen Register gebaut wurden. Er verwendete auch den unteren Teil des Gehäuses, das Ähnlichkeiten zu der bekannten Orgel in Rysum zeigt.

Es folgten kleinere Reparaturen, aber das Pfeifenwerk blieb lange unverändert und erwies sich als sehr widerstandsfähig.  Über die Zeit wurden generell nur wenige Pfeifen repariert.

1875 wurde die Kirche neu gestrichen, dabei auch die Orgel, sie wurde vergoldet und die älteren Inschriften übermahlt.

Vor 1900 wurde der Tastenumfang erweitert, die nötigen Pfeifen wurden in einem weiteren Verschlag untergebracht.

1950 befand sich die Orgel in einem sehr schlechten Zustand. Ähnlich wie in Groß Midlum hatte Pfuscher versucht, das Werk zu verbessern, es aber sehr in Mitleidenschaft gezogen. 1955 wurde die Orgel dann durch Ahrend und Brunzema restauriert. Dabei wurden alle späteren Erweiterungen entfernt und das alte Material gereinigt. Der fehlende vierte Chor der Mixtur wurde mit altem Material rekonstruiert und die Orgel wieder mitteltönig gestimmt. Außerdem wurde die alte Farbe wieder freigelegt, sodass nun die alten Beschriftungen wieder zu lesen sind.

 

Dieser Überblick setzt sich aus meinen aktuellen Kenntnissen über die Orgel und aus historischen Kenntnissen zusammen, die ich aus folgender Quelle entnommen habe:

Nickles, Ralph: Orgelinventar der Krummhörn und der Stadt Emden, Verlag H. M. Hausschild GMBH, Bremen 1995, Herausgeber: Harald Vogel, Veröffentlichungen der Akademie für Alte Musik, Institut der Hochschule für Künste Bremen.

Ich gebe keine Gewähr für die Richtigkeit dieses Textes, der zum Teil aus reinen Vermutungen besteht.