Beschreibung, Besonderheiten, Disposition

Die Orgel befindet sich auf der Ostseite der Kirche auf einer Empore vor dem Chorraum. Sie verfügt über ein Manual und ein kleines, angehängtes Pedal. Das Manual ist sehr leichtgängig. Sie ist mitteltönig gestimmt, d.h. es ist empfehlenswert nur Stücke mit Tonarten bis maximal A, bzw. Es-Dur auszuwählen. Auch in Tonarten, wie z.B. e-moll sollte man aufpassen, da die Dominante, also H-Dur, auch schon sehr dissonant klingt. Dafür klingen die „einfachen“ Tonarten aber sehr rein. Es sind, vom Klangeffekt der Zimbelsterne abgesehen, sieben Register vorhanden, die sich alle gut miteinander kombinieren lassen. Besonders hervorzuheben sind Mixtur und Trompete. Die Mixtur hat einen wunderbaren, festlichen und reinen Klang, der auch deutlich größere Orgeln in den Schatten stellt, es handelt sich um eine der schönsten Mixturen Deutschlands. Die Trompete kann man schlecht beschreiben, man muss sie einfach gehört haben, um das Besondere an ihr zu verstehen. Sie gehört zu den ältesten Lingualregistern weltweit. Die Orgel wurde für den damals aufkommenden Gemeindegesang konzipiert und ist dem entsprechend sehr kräftig. Ruhige Klänge kann sie nur mit dem Gedackt 8′, der auch alleine einen sehr charakteristischen und runden Klang hat, in Kombination mit Quintadena oder der Oktave 2′. Für den Gemeindegesang kann man dann den Praestant 4′, der auch im Prospekt steht hinzuziehen. Bei festlichen Anlässen kommen dann die Mixtur, die Quinte und die Trompete zum Einsatz. Für einen Organisten, der eher leisere Töne gewöhnt ist, ist das schon sehr laut, da man quasi direkt vor dem Werk sitzt. Unten ist die Akustik zwar genau so laut, klingt aber deutlich besser, da der Hall hinzukommt. Die Orgel verfügt über Zimbelsterne, die man z.B. für den Auszug am Ende des Gottesdienstes verwenden kann. Das sind zwei Sterne, die sich drehen und dabei einen glockenspielartigen Klang von sich geben. Die Orgel ist ein wunderschönes, historisches Werk, das man sich nicht nur als Organist unbedingt mal ansehen sollte, besonders, wenn man in der Gegend wohnt.

Disposition:
Zimbelsterne
Praestant 4′ (aus gotischer Orgel umgearbeitet, steht im Prospekt)
Gedackt 8′ (von Sieburg)
Quintadena 8′ (aus gotischer Orgel umgearbeitet)
Oktave 2′ (aus gotischer Orgel umgearbeitet)
Quinte 1 1/3′ (aus gotischer Orgel umgearbeitet)
Mixtur 4f. (von Sieburg, vierter Chor 1955 rekonstruiert)
Trompete 8′ (Bassbereich von Sieburg, Diskantbereich älter)